Junge Spanierin sammelt mit Servas spannende Erfahrungen in Deutschland

„Magische“ Kommunikation – Leben und Arbeiten in einem anderen Land

Hallo liebe Freunde,

ich will Euch meine Erfahrung mit „Servas“ erzählen. Ich bin Spanierin und mache gerade ein „Sabbatjahr“ (Sonderurlaub zwischen Schule und Universität) in Deutschland. Ich wohne bei einer deutschen Servas Familie in der Nähe von Berlin, und mache gleichzeitig ein Praktikum in einer Schule, welches ebenfalls durch Servas organisiert wurde.

Ich frage mich oft, wie es so großzügige und wunderbare Menschen in der Welt geben kann. Meine Zeit in Deutschland hat mir sehr gut gezeigt, dass es egal ist, aus welchen Ländern die Menschen kommen, wir können zusammen leben und uns sehr gut verstehen. Was kann ich über „meine“ deutsche Servas Familie sagen? Ich bin sehr zufrieden und dankbar. Es ist für mich die perfekte Familie, alle, Kinder und Eltern, sind einfach super! Es ist richtig toll, die Harmonie und die gute Atmosphäre im Haus mit ihnen zu teilen. Ehrlich gesagt, ich habe mich noch nie so wohl gefühlt wie bei ihnen, sie beziehen mich in alle Dinge ein, so dass ich perfekt in die Familie integriert bin.

Die Eltern meiner deutschen Familie empfinden die Anwesenheit einer Person aus einem anderen Land auch als Bereicherung. Am besten ist es für die Kinder, weil sie nicht nur ein bisschen English lernen, dass ich ihnen beibringe, sondern auch lernen, wie man jemanden respektiert und mit jemandem zusammenlebt, der aus ein anderem Land kommt, der eine andere Sprache spricht, und der manchmal eine unterschiedliche Meinung hat…

Zu meiner Gastmutter sage ich immer, dass sie für mich nun meine „deutsche Mutter“ geworden ist, sie beantwortet mir alle Fragen, die mich umtreiben, und hilft mir, wo sie nur kann. Der Gastvater hilft mir auch immer, wenn ich Hilfe brauche! Aber keine Angst! Sie müssen nicht immer Fragen von mir beantworten! Jajajaja (lacht), wir haben eine sehr gute Zeit zusammen, reden und tauschen Standpunkte aus, vergleichen die unterschiedlichen Traditionen, lernen über andere Länder, lachen über lustige Einfälle der Kinder und über komischen Situationen, die täglich in der Familie passieren.

Einen Tagen, wie zum Beispiel an meinem Geburtstag, haben wir im Garten Abendbrot gegessen und uns neben dem Feuer unterhalten. Das sind für mich Momente, die in Erinnerung bleiben werden, Momente, in denen du dich fragst, wie spannend es ist, „du selbst“ zu sein, dich auszudrücken und zu sagen, was du wirklich denkst, und das alles mit Leuten, die du noch gar nicht so lange kennst.

Man könnte denken, dass es, wenn man nur wenig Deutsch spricht, schwierig sein muss, mit anderen zu kommunizieren, aber nein, mit Anstrengung und Geduld: MAN KANN ES SCHAFFEN! Dies ist der Beweis, dass man etwas erreichen kann, wenn man es nur will: Ich will sprechen, und sagen, was ich denke, und sie – meine Gastfamilie – will zuhören und verstehen, was ich sage. So entsteht eine unglaubliche, „magische“ Kommunikation! Ich glaube, das dieses „Verständnis“ und die Kommunikation über allem steht: über Sprachen, über Grenzen, über Traditionen, etc. Und ich denke, es ist einfach unglaublich und einzigartig!

In der Schule bin ich sehr zufrieden, die Kinder und die Lehrerin, mit denen ich arbeite, sind sehr nett. Hier habe ich viele Sachen gelernt, nicht nur deutsch, aber auch, wie man schnell Lösungen für die Problemen zwischen den Kindern findet ; wie man viel Geduld für sie aufbringt; wie man in einem Team mit der Lehrerin arbeitet; wie man erreicht, dass die Kinder dich mögen, dich respektieren, etc.. Es ist eine tägliche, praktische und wertvolle Lehre. Ich bin am meistens in der vierten Klasse, aber ich kann trotzdem auch zu kleineren Kindern gehen. In dieser Schule sind die erste, zweite und dritte Klasse zusammen, deswegen ist es interessant zu sehen, wie die Lehrerin alles so erklärt, dass alle Kinder, die kleineren und die größeren, es verstehen, und wie die Größeren den Kleineren manchmal helfen. Ich muss sagen, dass es manchmal schon anstrengt mit Kindern zu arbeiten, aber es ist trotzdem sehr aufregend, und es ist auch super, dass ich mich mit der Lehrerin einer Klasse so gut verstanden habe. Sie hat mir bei allem viel geholfen.

Zum Abschluss möchte ich mich noch bei allen Leuten bedanken, die diese Erfahrung für mich möglich gemacht haben. Ein besonderer Dank geht an meine Gasteltern (Susi und Mike), die Jugendkoordinatorin von Servas (Mira), meine Lehrerin und das Servas Mitglied aus Berlin Markus A.

Hiermit möchte ich alle Leute dazu animieren, eine ähnliche Erfahrung wie ich hier in Deutschland mit Servas zu machen. Dazu möchte ich sagen, dass ihr keine Angst vor dem „Unbekannten“ haben müsst, denn das, was unbekannt ist, kann sich leicht umdrehen und bekannt und liebenswert werden. Und als Servas Mitglieder gehören wir alle zu einer „großen kulturellen Familie“.

Mit Hilfe von Servas kann man immer eine tolle Familie finden, mit offenen Menschen, die einem immer weiterhelfen!

Eure Maria (Name von der Redaktion auf Wunsch geändert)
29.05.2014