Australien – Servas-Reisebericht von Peter, Februar – Mai 2017

G’Day Mates, h’re y’doin‘ ?

Noch so’n report aus ‚DOWN UNDER‘! Diesmal aus ‚OZ‘, ‚Kiwilands‘ großer Nachbar-insel, die alles in einem ist: Größte Insel der Welt und gleichzeitig Kontinent (‚der 5.‘), dazu das einzige Land der Erde (diesmal das 6.größte), das zugleich als Kontinent gilt. Es bietet reichlich weitere BESONDERHEITEN und ‚REKORDE‘. Lohnt sich hinzufahren! (Geht gar nicht! Ihr müsstet erstmal ganz Asien queren und zuletzt doch Schiffe nach & von Indonesien nehmen). Ich bin geflogen. Aber keine 24 Stunden ‚direkt‘ (über Asien oder die entgegengesetzte Richtung, Amerika und den Pazifik überquerend). Anstrengend! ‚Auf halber Strecke‘ liegen interessante Zwischenstopp-Reiseziele, z.B. Hong Kong, Singapur, Thailand, Malaysia, Indien, Kalifornien, Hawaii. Nehmt euch ZEIT! Und beginnt gleichmal, ein Gefühl für ENTFERNUNGEN zu entwickeln!

Feb. bis Mai (dort: Zu Ende gehender Sommer und beginnender Herbst); ich hatte gerademal 1/4 Jahr Touri-Visum für dieses riesige Land. (! Für 18-30jährige gibt’s auf Antrag auch 365-Tage-‚work & holidays‘-visa !) Nicht zu viel planen! ‚DRIFTEN‘ hat’s hier in sich. Mich ohne enge Verplanung durch ein Land treiben lassen, ist mein bevorzugter Reisestil. Allerdings nicht gerne ohne SERVAS-HOSTLIST! Ohne die persönlichen Kontakte & Einladungen erlebt ihr auch ‚OZ‘ nichtmal halb.

Für mich begann das super: Ankunft in MELBOURNE; die Stadt mit mehr als 100 (!) Servas-Gastgebern. Wie auswählen? WMT/ NPNR/ geteilte Interessen & -Reiseerfahrungen! Auf Anhieb 2 erfreute Zusagen. WOW! Jedoch für die selben Tage. Wie jongliere ich das denn? Meine potentiellen Gastgeber (darauf angesprochen) verständigten und einigten sich gegenseitig. Mein 1. host ist Schriftsteller, ‚inszenierte‘ meine Ankunft in seinem Stadtteil mit detaillierten Wegbeschreibungen & Handlungsanweisungen, dazu mit einem Empfang durch zwei grimmig unter zu großen Kappen hervorblickenden Bahnhofspolizisten. „YOU must be Peter?! Come over here! We’ll show you where to go.“ Henry* schrieb gerade an einem Buch über ‚Cold War Games‘, und das Kapitel zu den ‚Gesamtdeutschen Olympiamannschaften‘ 1956 und all die Machenschaften drumherum, konnte einen sportinteressierten und muttersprachlich bewanderten Unterstützer gut gebrauchen. Für Quellensuche in alten deutschen Sportbüchern und für Interview-telefonate nach Deutschland kam ich ‚wie gerufen‘. Zwischendurch machten mich Henry und seine Frau mit Melbournes charmantesten Seiten und einem Nationalpark in der Umgebung bekannt.
Es ist genau dieses GEBEN & NEHMEN, das unsere SERVAS-begegnungen so intensiv macht. Dass ich dann noch meine beiden SERVAS-gastgeber zusammenbrachte, war auch’n Erlebnis. Bei Benny* und Liz* gab’s Alternativprogramm: Kommunalpolitische Spaziergänge &-Informationen, dazu Ausflüge in die Abstammungsforschung, sowie Spiele-abende mit Freunden. Unser SERVAS-‚WELCOME‘-spiel kommt immer wieder gut an.

Auch in TASMANIEN wurden meine SERVAS-treffen zu kleinen Reise-highlights. Die jahrelangen hosts von Pt.Sorell ziehen sich langsam vom Gäste-beherbergen zurück, luden mich jedoch ein zum Hunde-ausführen am Strand und zur späteren Kahnpartie in der malerischen Bucht. Abends brachten sie mich zu den neuen hosts am Ort und lernten diese dabei erstmals persönlich kennen. Ich erlebte im Garten während der Dämmerung meine ersten Wallabies.
TASMANIA bezauberte mich mit tollen Landschaften und einer Vielfalt an Tier-erlebnissen.

Langsam trampte ich danach die AUSTRALISCHE OSTKÜSTE hoch, war zweimal SERVAS-gast in der großzügig geplanten Hauptstadt Canberra, dann im geschäftigen Sydney. Nie zuvor traf ich auf so viele ‚multitaskables‘, wie gerade in dieser Metropole Australiens.
Je weiter es die Ostküste raufging, umso wärmer das Klima, umso schöner die Strände, umso touristischer die Orte, und umso mehr junge, spassfixierte Touristen. Wohltuende Abwechslung: 2 Tage mit SERVAS-hosts in einem abgelegenen Provinzstädtchen Queenslands. Gemeinsam Kochen, beschauliche Spaziergänge, Spiele-abende, Gespräche über Reise-erfahrungen, . . .

Ein zerstörerischer ZYKLON, und in der Folge tagelange heftige Regenfälle bewogen mich, das Land im Fluge zu queren, meine Reise in AUSTRALIENS SÜDWESTEN fortzusetzen: 1 lebhafte Großstadt (Perth), mehrere charaktervolle kleinere Orte (Fremantle, Bunbury, Ballingup, Bridgetown, Denmark, Albany, Esperance, York, Cervantes, Jurien Bay, . . . ), dazu Erz-abbaustätten, Strände, Wälder, Wüsten, Weite, unbewohnter Raum. Schöne SERVAS-begegnungen und gemeinsame Ausflüge (zu attraktiven städtischen Parks, Weinanbau-gebieten, bizarren ‚Pinnacles‘-Felsgebilden in der Wüste und -im Boot- zum Angeln, Krebse fangen, sowie mit verspielten Seelöwen schwimmen).

12 SERVAS-BESUCHE bereicherten enorm meine 3 Monate in Australien. (Ca. 35 hosts kontaktierte ich – jeweils 5-15 Tage im Voraus, per e-mail & LOI-Anhang – und ich erhielt
12 Zusagen/Einladungen, 11 Absagen, sowie etwa 12 Nicht-Reaktionen. Statistik …)

MIR ZEIT LASSEN und das Land BESCHAULICH ERLEBEN wollen, bedeutete auch: Reiseziele bewusst aussuchen und anzahlmäßig begrenzen.
In 1/4 Jahr er-fuhr ich gerademal 3, 4 ‚Ecken‘ Australiens etwas gründlicher. Vieles behielt ich mir auf für ‚ein nächstes Mal‘. Wann das wohl sein wird?

Sollte jemand geneigt sein, einige tausend Jahre Geschichte der australischen Ur-einwohner zu ignorieren, blieben gerademal gut 200 Jahre jüngerer australischer Geschichte.
Und doch so viel VERGANGENHEIT UND BEWEGTE GESCHICHTE: Von holländischen und britischen Seefahrern und Kolonisatoren, Strafgefangenen-transporten,
Entdeckungs-trecks erster Pioniere, . . . über Gold-rush und mining, Verdrängung & Entrechtung der Aborigenes, verlustreiche Teilnahmen an 2 Weltkriegen, . . . hin zu 2 mal Olympischen Spielen. Eine Vergangenheit, mit der sich das Land inzwischen vielfältig auseinandersetzt und seine Besucher zu faszinierender Spurensuche motiviert.

So viele verschiedene SPRACHEN auf dem australischen Kontinent auch vernehmbar sind – das Beherrschen der englischen Sprache scheint essentiell, um ‚OZ‘, die ‚Aussies‘ und ihren besonderen Humor genussvoll erleben zu können. Bloss: Welch gewöhnungsbedürftige Aussprache und welch seltsame Ausdrücke bieten dir manche Australier!
‚Bikkies‘, ‚beanies‘, ‚brown bombers‘, ’silent cops‘, ‚lollypop-men‘, ‚bogan‘, ‚hoon‘, ‚donk‘, ’stubby‘, ‚bumnuts‘, ‚cockleberries‘, ‚thongs‘, ‚dunny‘, ‚chap‘, ‚blake‘, ‚mate‘, ’sheila‘, ‚taka‘, ’nannanap‘, ‚outback‘, ‚bushwalk‘, ‚roo‘, . . . **
Hier lädt man dich ein zu einer ‚cup o‘ bzw ‚cuppa‘ oder zum ’smoko‘, und man ’schreit dich zum Bier‘.
Dann diese Vernarrtheit in Abkürzungen: ‚SpagBol‘, ‚CabSav‘, ‚ANZAC‘, ‚BYO‘, ‚DIY‘, ‚CBD‘, ‚ACT‘, . . . ***
Das Erlernen wenigstens einer (von 100en) der Aboriginal-Sprachen wäre ein ehrgeiziges Projekt.
Ich habe das nicht geschafft, nur gelegentliche, eher oberflächliche Kontakte zu Australiens Ur-Einwohnern gefunden.

ETHNISCHE VIELFALT bedeutet in ‚OZ‘ nicht unbedingt eine funktionierende multi-kulturelle Gesellschaft.
Das Land scheint auf dem (noch weiten) Weg, sich seiner vielfältigen Zusammensetzung stolz bewusst zu werden.
Auf europäische und asiatische Einflüsse in der abwechslungsreichen australischen Küche stösst der Reisende fast überall. YUMMIE!

Tolles REISELAND AUSTRALIEN! Aber nicht immer erlebte ich es unkompliziert, ‚OZ‘ zu bereisen. Klar: Riesige Entfernungen bringen Anstrengungen mit sich.
Hohes Preisniveau (v.a. in touristischen Belangen, vermutlich oft auf ‚Once in a Lifetime-Experience‘-basis kalkuliert) verboten mir einige Touren und Aktivitäten.
Ohne eigenes Auto und ohne Mobiltelefon fühlte ich mich öfters vernachlässigt und benachteiligt. Es gibt Bahnhöfe ganz ohne Fahrkartenschalter und-automaten:
Nur on-line oder telefonische Buchung ist dort zulässig. Manche (on-line) Buchung von Bus- oder Fähren-tickets wird ohne gültige Mobiltelefonnummer nicht durchgeführt. Öffentliche Transportverbindungen und Fahrpläne sind beinahe überall mikrig. (Gute Ansätze allerdings in den Innenstädten von Melbourne, Perth & Fremantle, wo ‚tarifunabhängiger‘ Transport in Strassenbahnen oder Bussen sogar viele Autofahrer überzeugt). Viel Kleingedrucktes und Kontrollen, . . . und manchmal paaren sich Bürokratie und Inkompetenz.
But, I tell you what: Erstaunlich viele ‚Aussies‘ überbrücken derlei Missstände oder ‚holprige Situationen‘ mit beharrlicher FREUNDLICHKEIT UND HUMOR.
Auch das macht Australien erlebenswert.
No Worries Mates!
inzenhopeter

Anm.:
*) Namen geändert.
**) Kekse/Hauben/Parkuhr-Kontrolleure/kl.Verkehrsinseln/Baustellen-Verkehrsregler/Auto-macho bzw -rowdy/bes.PS-starke Karre/Bierdose/Eier/Plastik-Sandalen/Plumpsklo/ Mann bzw Typ bzw Kumpel (männl. o. weibl.)/(Fr)esszeug/Schläfchen/(meist) unbewohntes Hinterland/Spaziergänge in wilder Natur/Känguruh/. . .
***) Spaghetti Bolognese/Cabernet Sauvignon/Bring Your Own/Do IT Yourself/Central Business District/Austr.Capital Territory/ . . .

Servas Jugend-Meeting Italien August 2017 – Feel the Spirit

Fühlt den Spirit der Internationalität

 

Bericht über das erste Servas Jugend Meeting in Italien im August 2017

Am 20. August haben ca. 40 Jugendliche unterschiedlicher Nationalitäten (Italien, Spanien, Chile, Tschechien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Peru, Portugal) ihre Reise gestartet, um die Kultur und Umgebung in Italien kennen zu lernen. Das Hauptziel war es, über Servas Jugend auf internationaler Ebene zu sprechen, aber daneben ging es natürlich darum, Spaß zu haben und Freunde aus aller Welt kennen zu lernen. Servas Italien und Servas Spanien haben eine unglaubliche Woche voller im Folgenden genannten Aktivitäten organisiert. „Servas Jugend-Meeting Italien August 2017 – Feel the Spirit“ weiterlesen

(Servas-)Reisebericht: NEUSEELAND (=NZ) [Nov.2016-Feb.2017]

Hi dears, how’s it goin‘?

Kleiner Eindruck einer dreimonatigen NEUSEELAND-REISE gefällig? Was jede/r wissen sollte: Sucht nicht den ‚garantierten Sommer‘ dort! Eher: Sämtliche Jahreszeiten im Verlauf eines einzigen Tages. Viel Wind & Regen, und deshalb auch viel GRÜNE LANDSCHAFT, gelegentlich aber auch Dürre.

„(Servas-)Reisebericht: NEUSEELAND (=NZ) [Nov.2016-Feb.2017]“ weiterlesen

SERVAS auf Kuba 2017

Kuba2017 Fahrrad vor Monument
Internet-Hotspot: Wo KubanerInnen ins Internet gehen (Holguin, Wandplastik zu lateinamerikanischen historischen Errungenschaften)

Im Februar 2017 hatte ich Vergnügen daran, nach 32-jähriger SERVAS-Mitgliedschaft der erste Gast beim ersten Gastgeber Kubas zu sein und in stundenlangen Gesprächen mit Michel die Gestaltung von SERVAS Kuba zwischen grundsätzlicher SERVAS-Idee und kubanischer Realität auszuloten. Michel wünscht sich viele SERVAS-Gäste ebenso wie eine Verbreitung der Idee in Kuba.

Erst seit wenigen Jahren dürfen Privatleute casas particulares, Privatunterkünfte anbieten; das bedarf staatlicher Konzessionen, Zahlung von Steuern und offizieller Meldung jedes Gastes. Wer Freunde bei sich daheim beherbergen möchte, muss dafür eine Genehmigung der örtlichen Immigrationsbehörde einholen – die Besitzurkunde für seine Wohnung oder sein Haus mitbringen und darlegen, woher man sich kennt und wie es zu dieser Privateinladung kam. Das bedeutet Gang zu einer Behörde, Warteschlange und Offenlegung persönlicher Beziehungen gegenüber einer misstrauischen oder solche Dinge ungewohnten Staatsangestellten. Es kostet 40 CUC; der monatliche Durchschnittsverdienst beträgt zwischen 10 und 50 CUC in Kuba. 1 CUC entspricht etwa 1 Euro.

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