Reiseberichtsauswertung 2017 bis Frühjahr 2020 (Beginn der Reisebeschränkungen wegen Covid-19)

Liebe Mitglieder,
wir bedanken uns bei Heidrun Walter, Gastgeberin, Reisende und Interviewerin, die die leider nur 40 Reiseberichte der letzten drei Jahre ausgewertet hat.
Wir freuen uns noch deutlich mehr Reiseberichte zu erhalten, damit die Auswertung aussagekräftiger werden und den Reisenden erste Informationen geben kann.
So ist die Auswertung eher als Tendenz zu betrachten.

Leider hat nur ein Bruchteil der Reisenden einen Bericht abgeliefert. Es sind weniger als 5% der Reisenden. Früher war die Rückzahlung des Deposits an einen Reisebericht gekoppelt. Die Erhebung des Deposits wurde von der Mitgliederversammlung ab 2019 abgeschafft.
Allerdings haben die Mitglieder versprochen weiterhin Reiseberichte zu schicken. Bedauerlicherweise ist es nur bei dem guten Vorsatz geblieben.

Je mehr Reiseberichte wir erhalten umso aussagekräftiger kann eine Auswertung ausfallen. Diese kommt allen Mitgliedern zugute. Wir können ggf. nachfragen, woran es liegen mag, dass in manchen Ländern die Kontaktaufnahme schwieriger ist als in anderen. Das ist allerdings eher möglich, wenn wir mehr Berichte zu einem Land erhalten. Bisher sind es zu wenige als dass daraus wirklich signifikante Rückschlüsse zu ziehen wären.

Auswertungen von Servas-Reiseberichten von 2017 – 2020
(Länder in alphabetischer Reihenfolge)

Ü-Hosts = Gastgeber mit Übernachtungsmöglichkeit

kursiv: Zitate bzw. Zusammenfassungen aus den Berichten

Australien: (ein Reisebericht)

  • Keine Anfragen bei Day-Hosts. Fast alle Ü-Hosts haben geantwortet, es waren aber nur 1/6 Zusagen.
  • „Positiv überraschend zu sehen, wie viel Vertrauen einem entgegen gebracht wird, wenn man direkt den Haustürschlüssel bekommt.“
  • „Definitv mein Highlight und hat mir auch gezeigt, dass die Servasregeln biegsam sind und man auch mal nur für einen Tag bleiben kann.“

Chile: (ein Reisebericht)

  • Anfragen bei Day-Hosts wurden meistens beantwortet, bei Ü-Hosts wurde keine beantwortet.
  • Interpretation: Day Hosting scheint in Chile besser zu funktionieren, als mit Übernachtung.

Belgien: (ein Reisebericht)

  • Keine Anfragen bei Day-Hosts. Knapp die Hälfte der Anfragen bei Ü-Hosts wurden beantwortet, nur ¼ waren Zusagen.

Frankreich: (vier Reiseberichte)

  • Etwa 2/3 der angefragten Gastgeber haben geantwortet, und von ihnen haben mehr als die Hälfte zugesagt. Es wurde nur ein Day-Host angefragt – mit Erfolg.
  • Bericht 1: „Es lohnt sich, abseits der touristischen Pfade Servasmitglieder zu besuchen, die nur selten Gäste haben! Bei einer Anfrage auf dem Land waren die Gastgeber verreist und ärgerten sich, dass sie uns nicht empfangen konnten. Wir wären die ersten Gäste überhaupt gewesen, obwohl sie schon lange Hosts bei Servas sind!“
  • Bericht 2: „Meine Gastgeber wohnten auf dem Land, französischer Jura. Sie waren seit 15 Jahren Mitglied und ich war ihr erster Gast! Obwohl es ihnen zeitlich eigentlich ziemlich ungelegen kam, machten sie den Besuch möglich und wir hatten eine tolle Begegnung.“
  • Bericht 3: „Alles genauso wie in der Liste angegeben, oft auch mit wunderbarem Essen. Ich war in Beaune, in La Rochelle, in Chateroux, in Dijon. Sprachlich manchmal herausfordernd , aber immer positiv.“

Anmerkung der Redaktion:
Siehe ganz unten. Dort gibt es eine spezielle Rückmeldung zu SOL in Frankreich und Spanien.

Georgien: (ein Reisebericht)

  • Nur eine Anfrage bei Ü-Host, mit Erfolg.
  • „Wir hatten im Vorfeld mit unserer Servas-Gastgeberin Kontakt aufgenommen: Unproblematische Korrespondenz, zeitnahe positive Antwort. Sie hatte Zeit und Platz, uns für zwei Tage in Tiflis aufzunehmen und war eine hervorragende Gastgeberin, die uns mit Rat und Tat zur Seite stand und uns wertvolle Reisetipps geben konnte. Am Ende der Reise wurden wir sogar noch in ihr Landhaus außerhalb der Stadt eingeladen.“

Griechenland: (ein Reisebericht)

  • „In Griechenland gibt es nur wenig Ü-Hosts. Unsere Day-Host erklärte uns, dass man nicht gerne jemand völlig Fremdes bei sich übernachten lassen wolle. Aber es lohnt sich, wenn man sich einfach mal auf einen Kaffee trifft – daraus wurden schnell noch weitere Treffen und die Einladung, nächstes Mal könnten wir auch über Nacht bleiben. Wir seien ja jetzt nicht mehr fremd.“

Großbritannien: (drei Reiseberichte)

  • „Gastgeber in London sind völlig überlaufen, meistens gab es keine Antworten!!! Unser Gastgeber (Großraum London) war wenig interessiert, was wir komisch fanden.“
  • „Außerhalb Londons: hohe Rückmeldequote.“
  • Keine Erfahrungswerte bzgl. Day-Hosts, weil Reisende offenbar nur Ü-Hosts angefragt haben.

Indien: (ein Reisebericht)

  • Nur 2 Anfragen bei Ü-Hosts, die beide nicht beantwortet wurden.

Iran: (ein Reisebericht)

  • Anfragen an Day-Hosts wurden selten beantwortet, 1/5 war erfolgreich. Anfragen bei Ü-Hosts wurden zu 1/3 beantwortet, fast alle positiv.
  • „Nur positive Erfahrungen mit den freundlichen und hilfsbereiten Menschen.“

Italien: (vier Reiseberichte)

  • „Über 2/3 der angefragten Hosts haben geantwortet und mehrheitlich zugesagt. Day-Hosts wurden nicht angefragt.“
  • „In Süditalien waren alle Kontakte positiv, ,typisch Servas‘.“
  • „In der Italien-Liste ist es unklar, wie viel Gäste die Gastgeber aufnehmen können. Es fehlen Angaben, wie lange sie vorher die Kontaktaufnahme wünschen. Manche Angaben waren nicht mehr aktuell.“
    Anmerkung der Redaktion:
    Servas Italien hat sich bei der Übertragung ihrer Mitgliederdaten in ServasOnline (SOL) entschieden nur die absolut notwendigen Daten (meist nur die Kontakt-Adressen) zu übernehmen und die Mitglieder gebeten, ihre Daten selbst in SOL nachzutragen. Servas Germany hingegen hat sich entschieden alle vorliegenden Daten aus der deutschen Datenbank in SOL zu übertragen. Alle Mitglieder pflegen ihre Daten in SOL jetzt selbst. Sie sollten regelmäßig überprüft und angepaßt werden, damit die Daten auch für Reisende, die nach Deutschland kommen, aktuell sind. Wir empfehlen mindestens zweimal im Jahr die Daten zu überprüfen.
    Die SOL-Datenbank bildet die Grundlage damit das Reisen und Gastgeben mit Servas funktioniert.
  • „Eine Zusage haben wir nicht angenommen: Zur Zusage kam ein dreiseitiges ,House Manual‘ mit Verhaltensregeln, incl. Beschreibungen von ,horror guests‘. Fanden wir seltsam, wollten uns aber drauf einlassen. Bei weiteren Absprachen kam die Ansage, dass sie eventuell nicht da seien, wir aber gerne übernachten könnten. Als wir anboten (um dem Host Aufwand zu ersparen), unser eigenes Bettzeug zu benutzen, kam, dass sie darauf bestehen, dass wir ihres benutzen; nur medizinische Gründe wären erlaubt. Daraufhin haben wir abgesagt.“
  • „Meine Anfragen waren zu spontan, daher aus vier Anfragen vier Absagen, aber alle sehr nett.“

Japan: (ein Reisebericht)

  • Eine Anfrage bei Ü-Host war erfolgreich, keine Anfrage bei Day-Hosts.
  • „Keine negativen Erfahrungen. Super ausgebauter Nah- und Fernverkehr durch Züge, die Sprache kann eine Barriere darstellen, aber in der Kansai Region (Osaka, Kyoto) gibt es englische Ansagen in der Bahn, teilweise auch im Bus. Nicht viele Leute sprechen für Europäer verständliches Englisch, teilweise gar kein Englisch, aber alle waren sehr freundlich. Man sollte sich unbedingt vorher über geschriebene und ungeschrieben Regeln im Land informieren.“

Kanada: (ein Reisebericht)

  • Nur Anfragen bei Ü-Host, fast alle wurden mit Zusagen beantwortet.

Luxemburg: (ein Reisebericht)

  • Etwa die Hälfte der angefragten Ü-Hosts haben geantwortet und von denen haben die Hälfte auch zugesagt. Keine Day-Host-Anfragen.

Malta: (ein Reisebericht)

  • Nur eine Anfrage bei Day-Host. Mit Erfolg.
  • „In Malta gibt es nur 3 Gastgeber. Unser Gastgeber aus der Hauptstadt behauptete, dass er ca. 300 Gäste pro Jahr habe. Von daher wirkte der Besuch ein bisschen wie am Fließband.“

Neuseeland: (zwei Reiseberichte)

  • Keine Anfragen bei Day-Hosts. Alle Anfragen bei Ü-Hosts wurden beantwortet, jedoch nur 1/5 waren Zusagen.

Niederlande: (aus 1 Reisebericht)

  • Knapp 2/3 der angefragten Ü-Hosts haben geantwortet, von denen waren 1/3 Zusagen. Keine Anfrage bei Day-Hosts.
  • „Alle Gastgeber waren sehr freundlich und bemüht, mir etwas Tolles zu bieten an den zwei Tagen, die ich bei ihnen verbrachte und stets interessiert. Wir haben uns immer gut unterhalten. Ich habe einiges über das Alltagsleben dieser Personen gelernt, sowie die Sitten/Bräuche der jeweiligen Länder kennen gelernt.“
  • „Da ich zwei Wochen lang allein gereist bin, war es teilweise ein bisschen einsam tagsüber, da die meisten Servas-Gastgeber arbeiten mussten und keine Zeit für mich hatten. Allerdings haben wir während des Abendessens umso mehr geredet.“

Norwegen: (zwei Reiseberichte)

  • Etwa die Hälfte der angefragten Ü-Hosts haben geantwortet, die Hälfte von ihnen waren Zusagen. Keine Anfrage bei Day-Hosts.
  • Bericht 1: „Dort wo wir übernachtet haben: wahnsinnig nette Gastgeber, die auch schnell reagiert hatten. Der Abend und Morgen vergingen wie im Flug bei intensiven Gesprächen.“
  • „Es sind einige Leute auf der Liste, die nicht oder erst sehr spät reagieren. Bei einigen sind die Kontaktdaten nicht mehr aktuell.“
  • Bericht 2: „Trotz regelmäßiger Kontaktaufnahme zu Gastgebern vor Ort (per Email, Telefon) kein Erfolg. Viele der Hosts meldeten sich gar nicht auf unsere Anfrage, andere waren selbst verreist oder krank.“

Anmerkung der Redaktion:
Leider haben wir auch in den vergangenen Jahren immer wieder gehört, dass es schwierig ist in Norwegen Kontakt mit Servas-Gastgebern zu bekommen.

Österreich: (ein Reisebericht)

  • Eine Anfrage bei Ü-Host, mit Erfolg. Keine Anfrage bei Day-Hosts.
  • „Sehr spontan, sehr freundlich, es war sehr schön.“

Polen: (ein Reisebericht)

  • Alle Anfragen bei Ü-Hosts waren erfolgreich, keine Anfragen bei Day-Hosts.
  • „Gastgeber auf dem Land haben sich wahnsinnig gefreut. Die eine Familie hat uns in der nächstgrößeren Stadt abgeholt, weil kein Bus in ihr Dorf fuhr. Ihr letzter und bisher einziger Gast war vor zehn Jahren da gewesen!“
  • „Kontaktaufnahme war ca. 4 Wochen vor der Reise per Email. Sehr unkompliziert, schnell Antworten erhalten. Allerdings hatten wir nur Anfragen im ländlichen Raum.“

Portugal: (ein Reisebericht)

  • Nur Anfragen bei Day-Hosts, fast alle haben geantwortet und zugesagt. Keine Anfragen bei Ü-Hosts.

Spanien: (zwei Reiseberichte)

  • Die Hälfte der Day-Host-Anfragen wurden positiv beantwortet; bei den Ü-Hosts antwortete nur jeder fünfte und das waren meistens Absagen.
  • Bericht 1: „Bei 20 Anfragen erhielten wir nur eine Antwort, was uns sehr frustrierte. Aber die eine Zusage war dann ein Volltreffer und eine tolle Erfahrung!“
  • Bericht 2: „Wir erhielten drei Antworten auf unsere drei Anfragen, aber keine klappte: keine Zeit, verreist, beruflich gerade zu viel zu tun.“

Anmerkung der Redaktion:
Siehe ganz unten. Dort gibt es eine spezielle Rückmeldung zu SOL in Spanien und Frankreich.

Südafrika: (zwei Reiseberichte)

  • Viele Anfragen bei Day-Hosts und Ü-Hosts, etwa die Hälfte hat geantwortet, davon war nur eine Zusage.
  • „Viele Angaben in der Liste waren veraltet. Kontaktaufnahme per Email oft ohne Antwort und wenn dann Absagen. Telefonische Kontaktaufnahme scheint erfolgversprechender zu sein. Immerhin meinte einer: Meldet euch, wenn ihr in der Nähe seid. Als wir dann (zeitnäher) anriefen, hieß es, ruft morgen nochmals an. Das gleiche noch an zwei weiteren Tagen, bis wir aufgaben. Schade.“

Ungarn: (ein Reisebericht)

  • Anfragen bei Day-Host wurden nicht beantwortet, etwa die Hälfte der Anfragen bei Ü-Hosts wurden beantwortet, davon 1/3 Zusagen. Bei allen gab es eine Nacht Verlängerung.

Ukraine: (ein Reisebericht)

  • Adresslisten sind nicht auf den neuesten Stand.
  • „Super Möglichkeit von Day-Host Tipps zu bekommen und in ein Nicht-Touri-Lokal zu gehen.“

USA: (vier Reiseberichte)

  • Nur Anfragen bei Ü-Hosts, die allermeisten wurden beantwortet, mehrheitlich waren es Zusagen.
  • „Unsere Gastgeberin führte uns bei der Ankunft in ein sehr teures Restaurant, was wir uns nicht leisten konnten und wir wollten uns auch nicht einladen lassen. Da sie verärgert war, wegen der Restaurant-Geschichte, haben wir auch nichts angeboten bekommen, auch kein Glas Wasser. Unser Angebot, einkaufen zu gehen und etwas für sie zu kochen wurde ausgeschlagen, es gab keine gemeinsamen Mahlzeiten. Insgesamt denke ich aber doch, dass sie eigentlich ein herzlicher Mensch ist, dass ihr nicht ganz klar ist, worum es bei Servas eigentlich geht. Es gab einen herzlichen Abschied, wir haben nochmals über alles gesprochen und wir waren dankbar für die zwei Übernachtungen.“
  • Unsere Hosts aus Manhattan bekommen extrem viele Anfragen; die Hosts auf dem Lande dagegen sehr wenig.
  • „Wir hatten eine super geniale Zeit im Staat New York und waren mit unseren Hosts sogar in Conneticut und es war super genial bei unseren Hosts in New Jersey.“
  • „Alle unsere Gastgeber in Florida stellten uns großzügig ein Zimmer mit eigenem Bad zu Verfügung, einmal sogar eine ganze Wohnung. Viele anregende Gespräche, zahlreiche gute Tipps zur Erkundung der Umgebung, teilweise gemeinsame Aktivitäten, Angebot zur Verlängerung haben wir gerne angenommen.“
  • „Gastgeber sehr hilfsbereit und engagiert, interessiert, offen und selbst viel gereist. Viele offene und persönliche Gespräche. Ich wurde oft eingeladen und fand es schwierig, einen entsprechenden Ausgleich dafür zu finden; Kostenbeteiligung war schwierig und ich hoffe, dass meine Gastgeschenke Freude bereiten und als passenden Ausgleich empfunden werden.“
  • „Begegnungen oft so intensiv, es war gut immer wieder auch Servas-Pausen zwischen den Besuchen zu haben.“

Allgemeine Rückmeldungen:

  • Nutzt die Möglichkeit als Gastgeber/in auch mal wieder auf Reisen zu gehen. Kostet ja nichts extra.
  • Tolle Begegnungen mit Day Hosts (zum Abendessen treffen, miteinander in ein Insider-Lokal gehen, Stadtführung). Man sollte das Day Hosting viel mehr nutzen!

Spezielle Rückmeldungen zu Servas-Online (SOL) – Frankreich und Spanien:

  • Das Laden der Liste dauerte mit dem Handy ca. 4,5min (zuhause am Rechner 2,5min). Am besten die ganze Frankreichliste runterladen, wenn man sich nicht so gut mit den Servas-Regionen auskennt. Unsere Internetflatrate von 1,5GB war schnell aufgebraucht, d.h. wenn man kein freies WLAN hat oder beim Host das Internet benutzen kann, ist das Surfen recht teuer.

Anmerkung der Redaktion:
Inzwischen geht das Laden der Liste schneller, wie wir auf Nachfrage beim internationalen SOL-Team erfuhren. Gut, dass Servas Germany ein aktives Mitglied dort hat. 🙂 So erhalten wir überhaupt Auskünfte über SOL und ggf. Verbesserungen.

  • Die Frankreich Landkarte ist sehr gut, die Marker sind auf dem richtigen Ort.
  • Spanien: Viele Marker stimmen nicht. Wenn ein Host seinen Marker nicht setzt, dann erscheint der Marker automatisch in Madrid. Deshalb wohnen – laut SOL – die meisten Gastgeber in Madrid.

Anmerkung der Redaktion:
Hier gilt das gleiche wie für Italien. Servas Spanien erwartet, dass die Mitglieder ihren Marker auf der Landkarte selbst setzen. Das Servas Germany IT Team hatte Servas Italien angeboten bei der Automatisierung wie wir sie selbst „realisiert“ und genutzt haben, zu unterstützen. Italien hat sich dagegen entschieden, damit die Mitglieder ihren Marker selbst setzen und sich dadurch mit SOL vertraut machen.

  • Wir haben über SOL den entsprechenden Hosts eine Nachricht gesendet, aber keine Möglichkeit gefunden, wie man einen Anhang – z.B. den LOI – mitschickt.
  • Fazit: Mit SOL lassen sich viel leichter und besser Gastgeber*innen finden und Kontakt zu ihnen aufnehmen, als mit den herkömmlichen Listen. Voraussetzungen wären dafür u.a. einige Verbesserungen und die Vollständigkeit der Daten.

Interpretation/Fazit:

  • Servas Reisende sollten stärker den ländlichen Raum berücksichtigen! Gastgeber auf dem Land bekommen offenbar deutlich weniger Besucher/innen und freuen sich sehr, wenn mal (endlich) jemand kommt!
  • Immer wieder berichten Reisende, dass Gastgeber/innen nicht antworten. Reisende müssen also oft viel Geduld mitbringen. Es ist gut, wenn Reisende sich darauf im Vorfeld einstellen und damit rechnen, dass sie mehr als nur 1-2 Anfragen verschicken müssen. Evtuell liegt es auch daran, dass Gastgeber in der Hauptreisezeit selbst unterwegs sind.
  • Auffallend ist, dass bei manchen Reisenden so gut wie alle Anfragen beantwortet wurden, bei anderen jedoch im gleichen Land so gut wie keine Antworten kamen. Vielleicht liegt es daran, wie man Kontakt aufnimmt. Es ergibt sicherlich Sinn, die eigenen Anfragen zu überdenken: Gebe ich Infos zu mir, die es für die Gastgeber/innen interessant machen, mich zu treffen?
    Schreibe ich eine persönliche Email oder eine Massen-Email?
    Anmerkung der Redaktion:
    Es sollen überhaupt keine Massenmails geschickt werden!

Selten, aber es gibt sie doch: Gastgeber, die sich fremdenfeindlich äußern, insbesondere hinsichtlich Flüchtlingen, Migranten oder Muslimen. (Aus Datenschutzgründen, habe ich diese Rückmeldungen aus den einzelnen Berichten gestrichen, da manchmal eine Zuordnung möglich gewesen wäre.)

Die Interpretationen stammen von mir – Heidrun Walter .

Zum Teil waren die Berichte sehr detailliert. Manche Details waren sehr interessant und veranschaulichten die Servas-Vielfalt. Aber ich stand dann immer im Konflikt, wie stark ich kürzen sollte. Ich hoffe, dass niemand enttäuscht ist, dessen Bericht ich nur zusammenfassend wiedergebe.

Heidrun Walter, Gastgeberin/Reisende/Interviewerin
Freiburg/Breisgau, Oktober 2020

Lesungen zum jüdischen Widerstand erneut verschoben auf 2021

 

Gast-LESUNG im Norden, die zunächst im April 2020 stattfinden sollte, dann im Oktober 2020.
Sie musste erneut VERSCHOBEN werden. Jetzt auf 2021!

Ruth, ein langjähriges Servas-Mitglied aus Wien hat die Biographie ihrer Mutter verfasst unter tatkräftiger Mithilfe einer Freundin.

Ruth Steindling. Claudia Erdheim.
Vilma Steindling. Eine jüdische Kommunistin im Widerstand.
Amalthea Wien 2017 

Meine Mutter ist bereits 1937 nach Paris emigriert, schloss sich dort der Résistance an, wurde denunziert, verhaftet und schließlich nach Auschwitz deportiert. Sie überlebt Auschwitz, den Todesmarsch und das KZ Ravensbrück.

Ich hatte schon einige Lesungen in Berlin, in der Gedenkstätte des KZ Ravensbrück und in Potsdam.

2021 im Centro Sociale in Hamburg.

https://centrosociale.de/termin/2020-04-21/buchpraesentation-vilma-steindling-eine-juedische-kommunistin-im-widerstand
Außerdem in Reinstorf bei Lüneburg, im One world Kulturzentrum.

Corona-Effekt: Übersichtlicher Terminkalender führt zu kreativer Resteverwertung und tollen Vogelhäuschen

Für mich brachte Corona einen unerwarteten Nebeneffekt, nämlich einen ziemlich übersichtlichen Terminkalender. Langeweile war für mich aber schon immer ein Fremdwort und so habe ich unseren Abstellraum durchforstet und überlegt, was man denn aus all den vielen herumliegenden Resten so machen kann.

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Spiele-Peter „bummelt“ durch Südamerika

Peters  SERVAS-Reisebericht:
BUMMELN durch die AMERIKAS – mit und ohne SERVAS
(Teil III: SÜD-AMERIKA)
– Von New York City durch die USA,  dann im Zickzack durch MEXICO,   schließlich durch ganz ZENTRAL-AMERIKA – alles in gut 1/2 Jahr  (beschrieben in meinem SERVAS-Reise-Report Teil I).
– Mitreißende Kontaktfreudigkeit & eine Verkettung von SERVAS-Einladungen in 4 Monaten KOLUMBIEN (s:Teil II !).
Teil III:
  Gut 1 Jahr lang mich kreuz&quer durch SÜD-AMERIKA treiben lassen;
  von KOLUMBIEN bis PATAGONIEN.   (2018-20)

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Interviewpraxis in anderen Servasländern

Ich habe auf der letzten internationalen Servas-Arbeitskonferenz im Oktober 2018 an einem Workshop über Interviews teilgenommen und habe euch die Ergebnisse, vor allem diejenigen, die von der Praxis in Deutschland abweichen zusammengefasst.

Diese Infos sind nicht nur interessant für die Interviewer in Deutschland, sondern auch für Gastgeber und Reisende, weil man so manchmal besser versteht, wie sehr sich die Servasländer und die Praxis ihrer Interviews unterscheiden. Daraus lassen sich gelegentlich Missverständnisse, die auftreten können, besser verstehen.

Brasilien:
Das Interview heißt nicht Interview, sondern Einführungsgespräch.
Es wird Hintergrundmaterial an Interessenten versandt, das gelesen werden soll. Wenn die neuen Reisenden das Hintergrundmaterial nicht  gelesen haben, werden sie nicht zum Einführungsgespräch eingeladen. Wie das im Vorfeld überprüft wird, wurde nicht benannt.
Die neuen Reisenden/Mitglieder sollen sich Fragen notieren, bevor sie zum Einführungsgespräch kommen. Interviewer werden geschult.

Canada:
Es gibt eine Landkarte, auf der die Interviewer verzeichnet sind und der Neuinteressent sucht sich einen der 25 Interviewer aus. SOL ist eine besondere Herausforderung für die Interviewer, die sich mit SOL bisher nicht vertraut gemacht haben.

Frankreich:
Koordinator gibt fünf Interviewer in der Region zur Auswahl und schickt vorab Material zu Servas als Einstieg. Viele Interessenten antworten nicht. Die Interviewer bitten die Interessenten einen Computer mitzubringen, um gemeinsam das Profil in SOL anzulegen. Servas Frankreich verfügt über ein Servas Handbuch, das auch SOL berücksichtigt. Sie führen ebenfalls Interview-Trainings auf den Servas-Jahrestagungen durch.

Neuseeland:
Es gibt einen Extra-Koordinator, der nur die Neuanfragen annimmt. Die Interviews werden regional durchgeführt wie in Deutschland. Es werden Auffrischungsinterviews fünf Jahre nach dem ersten LoI durchgeführt.

Schweiz:
Sendet Material über Servas im Vorfeld und gibt eine Liste von zehn erfahrenen Interviewer bekannt, aus der sich der Interessent einen Interviewer aussuchen kann. Servas Schweiz wünscht sich einen Interviewer für jüngere Mitglieder (eine Art Jugend-Interviewer).

USA:
Auf der Rückseite des LoI gibt es Infos zu erwünschten Servas-Verhalten.

Conni Geisendorf, Vorsitzende Servas Germany