Reisebericht Italien im Juni 2019

Kaffeekultur und Geschichte in Italiens Nordosten: Triest+Gorizia

Seit langem schon wollte ich nach Triest, am Nordostrand Italiens, das eine italienische, habsburgisch-österreichische und slowenische Historie und Kultur besitzt. Ich wollte nachschauen, ob dies auch noch heute der Fall ist.

Dafür ist eine Servas-Reise natürlich ideal, und mein Mann und ich machten uns Anfang Juni 2019 nach Triest auf.

Unsere ersten Gastgeber mussten leider kurzfristig absagen, haben uns aber gleich erfolgreich an andere Gastgeber „weitergereicht“, die wir nicht unbedingt kontaktiert hätten. Dies hat sich aber als großer Glücksfall gezeigt, da wir Städte und Gegenden kennengelernt haben, die zwar nicht Teil der ursprünglich geplanten Reise waren, sich aber als höchst interessant erwiesen haben.

Unsere erste Gastgeberin ist auch als Fremdenführerin tätig, und daher hatten wir eine sehr profunde Einleitung in das Wesen und die Geschichte der Stadt. Sie bietet eine Mischung aus italienischer und wienerischer Architektur mit einer besonders ausgeprägten Kaffeekultur.

Die Auflösung Jugoslawiens hat die Stadt auch nach Osten wieder geöffnet und den internationalen Lebensstil bekräftigt. Unsere zweiten Gastgeber wohnten außerhalb der Stadt und konnten uns ihnen vertraute Ecken und versteckte Orte zeigen.

Von Triest sind wir nach Gorizia weitergereicht worden, eine Stadt, die direkt an der Grenze zu Jugoslawien lag und daher sehr isoliert war. Unsere Gastgeberin ist mit der ereignisreichen Geschichte der Gegend sehr vertraut und hat uns viele Details über die Lebensbedingungen zur Jugoslawien-Zeit berichten können. Heute versucht die Stadt, wieder an die jahrhundertelange Vergangenheit eines fruchtbaren kulturellen Miteinanders anzuknüpfen und hat viele Beziehungen zur Nachbarstadt Nova Gorica in Slowenien.

Alles in allem war dies eine richtige Servas-Reise mit intensiven Kontakten zu den Gastgebern, die unserem Italienisch sehr viel Geduld entgegengebracht haben, voller neuer Eindrücke durch die Erzählungen und Hinweise der Gastgeber, und die Reise wartet darauf, wiederholt zu werden.

Wer mehr wissen möchte, kann uns gern über west@servas.de kontaktieren.