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Reisebericht von Hongkong, Australien, Neuseeland und Singapur
Reisende: Marina B. und Felix W.
Mit viel Begeisterung schaute ich bei meiner Reiseplanung auf meine ersten Servas Erfahrungen zurück. Ganze dreimal wohnte ich schon bei fremden Familien, die nun zu meinen Freunden wurden. Eine junge Familie in Mumbai/ Indien und zwei in San Diego und Chicago/ USA, dort hatte ich vorher freiwilligen Dienste verrichtet. Nun aber wollte eine Freundin und ich schauen ob es klappt die halbe Welt zu bereisen und dabei fast immer bei Gastfamilien zu wohnen.
Etwas nervös war ich doch, gerade meine schönen Erfahrungen machten mir Sorge, was ist wenn ich diesmal nicht so tolle Menschen kennen lernen sollte? Weiterhin ist es anders zu zweit zu reisen. Von Deutschland aus planten wir unsere Reise und suchten hauptsächlich junge Familien mit Kindern aus. Die ich erst per Telefon, später per E-Mail, kontaktierte. Ehrlich gesagt war ich sehr überrascht, es klappte auch ganz gut. Nun aber zu unserer Reise. Wir hatten Flugtickets um Hongkong, Australien, Neuseeland und Singapur besuchen zu können.
In Hongkong selbst gibt es leider keine Hostfamilie aber dafür einige Dayhost Familien. Schon in Deutschland schrieb ich eine junge Dame Namens Shiu Mei May an, die mir sogleich Hilfe für meine Planung anbot. Schon im Vorfeld gab sie uns Tipps wo es günstige und zentrale Jugendherbergen gab.
Insgesamt haben wir uns dann auch zweimal mit May verabredet. Sie war einfach nur toll. Sie hat uns rumgeführt, uns einen kleinen Sprachkurs gegeben und uns zweimal zum Essen ausgeführt. Aber am schönsten waren die langen Gespräche mit ihr. Es ist einfach nur erstaunlich welche Energien sie nach ihrem 10 Stunden Tag noch für uns übrig hatte. May auf diesem Wege dir noch mal vielen Dank.
Weiter ging es nach Australien. Unsere erste Gastfamilie wartete in Melbourne auf uns. Liebevoll und herzlich wurden wir auch dort in einer Großfamilie begrüßt. Das Haus dort war eigentlich immer voll. Besuch, Freunde der Töchter usw. Zeit zum Reden gab es eigentlich nur beim Essen, was wir in dem Fall aber nicht so schlimm fanden da wir ja auch noch "touristische" Interessen hatten. Unsere zweite Melbourne Familie hatte drei "Kinder" in unserem Alter. Dort fühlten wir uns pudelwohl. Wir waren wie ein richtiger Teil der Familie. Wir lernten sogar die Arbeitskollegen unserer Gasteltern kennen. Hier, glaube ich, funktionierte der Servas Gedanke fast perfekt. Wir waren nicht Besuch sondern Teil der Familie. Schön! Weiter ging es mit dem Auto Richtung Sydney. Halt machten wir in Batemans Bay. Hey und dort wohnten wir bei dem wohl coolsten Lehrerehepaar Australiens, David und Debra. Leider waren wir nur eine Nacht dort. Trotzdem waren wir mehr aktiv als bei anderen Familien, wir gingen zusammen spazieren, schwimmen, kochten und grillten zusammen. Abends genossen wir, neben dem gemeinsamen Bier, die Japan Erfahrungen unserer Gastfamilie. Warum hatte ich nicht so tolle Lehrer. Weiter ging es in die Hauptstadt. Dort wohnten wir bei einer jungen Familie mit zwei Kindern, 4 Jahre und 1 Jahr. Hey und jetzt muss ich mal angeben. Unser Gastfamilien Baby lies sich von mir füttern aber nicht von seiner eigenen Großmutter. Ja auch das sind, denke ich, Servas Erinnerungen.
Sydney, was für eine Stadt. Tage bevor wir diese erreichten hatten wir immer noch nichts von unserem Host gehört, der uns vor zwei Monaten eine Zusage gab. Endlich, am Tag unserer Ankunft, erreichte ich seine Sekretärin. Die mir erzählte er selbst sei in Bali und es wohnten schon Leute bei ihm. Uuh dachte ich nur. Sie wollte versuchen ihn zu erreichen. Mittlerweile war es 17 Uhr und wir sahen schon die ersten Hochhäuser der Stadt. Ob wir wohl noch eine Jugendherberge finden sollten? Nein, wir mussten uns gar keine suchen. Wenn es uns nicht störte, dass andere Servas Gäste bei ihm wohnten, dann könnten wir auch gerne bei ihm nächtigen. Klar, wir waren ja immer begeistert neue Leute kennen zulernen, vor allem in unserem Alter.
So wohnten wir also mit einer jungen Spanierin, zwei Schwedinnen und uns alle bei ihm im Büro. Alle waren wir zwischen 20 und 24 Jahre. Hey wir hatten zwar keinen Luxus und schliefen alle auf dem Boden, aber dafür hatten wir mega viel Spaß zusammen. Wir hatten unsere eigene kleine WG und das nur 10 min zu Fuß von der Sydney Opera entfernt. Peter, schade das wir dich nie persönlich kennen gelernt haben. Aber toll, dass du dein Büro für uns alle bereit gestellt hast. Übrigens zu dem Zeitpunkt war noch St. Patricks Day, und Peters Büro war in the Rocks. Wir hatten gar keine Wahl, wir mussten einfach feiern. Noch ein kleines Geschichtchen wie klein die Welt doch ist. Camilla und Linda, die beiden Schwedischen Servas Mädels, mit denen wir in Sydney wohnten, waren kurz davor bei der gleichen Gastfamilie mit der wir in Singapur auch schon seit Wochen Kontakt hatten. Die wir also auch in einem Monat treffen sollten. Eine Familie noch in Australien und dann ging es weiter nach Neuseeland.
Neuseeland, Auckland. Unsere Gastfamilie überraschte uns damit, dass sie uns mitteilte sie hätten vor zwei Wochen geheiratet und mussten am 2 Tag unseres Besuchs noch Standesamtlich heiraten. Das erzähle ich weil sie beschlossen hatten uns als Trauzeugen zu wählen. Irre nicht wahr. Wir mochten sie, sie mochten uns und da fragen sie uns doch tatsächlich ob wir das machen wollten. Natürlich haben wir es getan. Nicht nur das wir Trauzeuge waren auch besuchten wir mit ihnen ein Maui Festival. So etwas ist für einen normalen Touristen, denke ich, nicht möglich. Es wäre fast unmöglich für ihn davon zu erfahren. Auf dem ganzen Festivalgelände waren wir, glaube ich, auch die einzigen Touristen, umso schöner war es. Weiter ging es nach Wellington, die Stadt der Winde. Schön war es dort. Unsere Familie hatte einen tollen Garten, mit noch viel tollerem Gemüse und Obst. Habe dort die erste Erdbeere im Jahr 2006 gegessen und das Ende Februar. Hier planten wir gemeinsam die nächsten Tage, in denen wir nur noch in Hostels wohnen sollten.
Denn die nächsten Servasfamilien lebten erst wieder in Christchurch. Dort wohnten wir erst mal bei einer deutschen Servasfamilie. Sie war nicht nur deutsch, sie lebten in unserer Heimatstadt Duisburg. Da fährt man ans Ende der Welt und wählt aus all den vielen tollen Familien eine aus, ohne es zu wissen, die aus unserer Heimatstadt ist. Die Welt ist so klein. Es war richtig komisch und gar nicht so einfach wieder deutsch zu sprechen. Schön war’s trotzdem. Bei der letzten Neuseeland Familie wohnten wir in einem Studenthaus, neben dem Vodka, neben Gesprächen und unserem gemeinsamen kochen fuhren wir noch sehr viel Fahrrad. Weiter ging es nach Singapur. Mensch es ist so schwül dort. Also Achtung. Mit unserer Gastfamilie dort hatte ich schon lange vorher Kontakt, wir schrieben uns in regelmäßigen Abständen und eigentlich hatte ich das Gefühl ich kannte sie schon bevor ich sie traf. Denn auch wenn wir dort nun wohnten, die ersten vier Tage trafen wir sie nicht, da sie selbst verreist waren. Umso schöner war es dann noch 3 gemeinsame Tage mit ihnen zusammen zu haben. Simpson mit den Kids, Fotos mit den Eltern und ganz viele Scherze. Ich war richtig traurig als es hieß Abschied zu nehmen. Nicht nur auf Grund unserer tollen Familie auch weil unsere Reise zu Ende ging.
Familien haben wir viele auf dieser Reise kennen gelernt, es gab viele mit denen wir in Kontakt bleiben werden, natürlich gab es auch welche die ich wieder vergessen werde. Aber zu 90 Prozent war ich diesmal wieder begeistert. Servas, eure Idee ist spitze. Vielen Dank für solch tolle Leute und die daraus resultierende tolle Reise, die wir machen konnten. Danke an all unsere Familien.
Autor: thomas -- 24.6.2006 2:25:09
Servas Germany e.V.