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Reisebericht von Lisas Thanksgiving-Trip 2016

Lisa mit Servas-Gastgebern auf Terasse  

 

Von August bis Dezember 2016 habe ich ein Praktikum an der Universität in West Virginia absolviert. Ich war als Studentin eingeschrieben und bin an den Wochenenden gereist. Leider waren 16 Wochen insgesamt zu kurz, um größere Trips zu machen. Trotzdem habe ich viel erlebt (backpacken im Seneca Creek, raften auf dem Upper Gauley River, Apple-butter herstellen in Winchester, in alte Zeiten zurückversetzt werden in Harpers Ferry, ultimate Frisbee in Ohio und Pennsylvania spielen, Toronto in Kanada unsicher machen, sowie die Niagara Fälle sehen).

Für Servas-Reisen konnte ich die einwöchigen Semesterferien um Thanksgiving nutzen. Da ich möglichst viel sehen wollte, aber nur eine Woche Zeit hatte, plante ich frühzeitig. Die anderen internationalen Studenten haben ihre Pläne erst später gemacht und waren auch nicht als Servas-Reisende registriert. So kam es, dass ich alleine gereist bin. Das hat mich zunächst Überwindung gekostet und es ist mir schwer gefallen, mich für bestimmte Orte, die ich gern besuchen wollte, zu entscheiden.

Im Endeffekt habe ich die Woche folgendermaßen verbracht:
- Freitag, 18.11. bis Montag, 21.11.: Boca Raton und Miami
- Montag, 21.11. bis Dienstag, 22.11.: Key West
- Dienstag, 22.11. bis Mittwoch, 23.11.: Miami
- Mittwoch, 23.11. bis Sonntag, 27.11.: New York
- Sonntag, 27.11. bis Dienstag, 29.11.: Washington

Ich habe etwa einen Monat vor dem Trip einige Servas-Gastgeber angeschrieben, aber leider sehr viele Absagen bekommen. Zudem hat sich der Reiseplan zu dieser Zeit erst entwickelt, weswegen ich auch Gastgeber angeschrieben habe, die ich dann leider gar nicht besuchen konnte.

An meinem ersten Reisetag wurde ich von einer Kollegin nach Pitsburgh zum Flughafen gefahren (das System der öffentlichen Verkehrsmittel ist leider sehr schlecht). Ich bin nach Miami geflogen und habe von dort aus den Zug nach Boca Raton genommen. Dadurch, dass in Amerika meistens WLAN zur Verfügung steht konnte ich per Mail mit meinen ersten Gastgebern kommunizieren. Die beiden haben mich am Bahnhof abgeholt und wir sind noch in einen Park mit Alligatoren gefahren. Leider war es schon dunkel weswegen wir nur 5 Minuten bleiben konnten und ich nur sehr große Vögel aber keine Alligatoren gesehen habe. Meine Gastgeber hatten mir angeboten solang zu bleiben wie ich will, da sie wussten, dass ich Bedenken hatte alleine zu reisen und nicht richtig wusste auf welche Ziele ich mich konzentrieren sollte.

Am ersten Tag waren wir auf einer Einweihungsparty und ich bin in den Genuss gekommen mit der ganzen Familie zu reden und lecker zu essen und zu trinken. Danach haben mich die Schwester meiner Gastgeberin und ihr Mann zum Strand Deerfield gefahren. Das war klasse, blauklares Meer und ein Pina Colada an der Strandpromende. Den zweiten Tag hab ich damit verbracht mir Miami South Beach anzusehen und im Atlantik zu schwimmen. Abends habe ich am Bahnhof eine Bekanntschaft gemacht, mit der ich noch heute in Kontakt stehe. Wir saßen gemeinsam am Bahnhof, weil wir dachten, der Zug würde eher kommen. Über drei Stunden haben wir uns also unterhalten und ausgetauscht. Leider musste ich meine ersten Gastgeber in Boca Raton am nächsten Morgen auch schon verlassen.

Mit dem Zug Tri Rail und einem Greyhound Bus ging es nach Key West, dem südlichsten Ort der USA. Die Nacht habe ich im Hotel verbracht. Übernachtungen in Key West sind sehr teuer, aber da ich ja mit den Servas-Nächten Geld gespart hatte, konnte ich mir das leisten. Ich war in einem Hotel mit mehreren kleinen und teilweise beheizten Pools untergebracht und das Haus hat mich an das Haus von Pippi Langstrumpf erinnert. Ich kam genau zur richtigen Zeit an, um mir den Sonnenuntergang anzusehen. Das war einfach unbeschreiblich schön. Abends bin ich noch mit zwei Jungs durch die Innenstadt gezogen und war lecker essen in einer Bar, in der überall Dollarscheine hingen, die mit Wünschen beschriftet waren. Am nächsten Tag habe ich eine Bootstour mitgemacht und zwei Delfine beobachtet. Im Anschluss war ich noch schnorcheln und habe die verschiedensten Fischarten und Schwämme im Meer gesehen. Auf der Rückfahrt habe ich die Sonne bei einem kühlen Getränk genossen.

Lisa schnorchelnd im Meer vor Florida  

 

Nachmittags habe ich dann wieder einen Greyhound Bus zurück nach Miami genommen und musste dort leider auf eine Airbnb-Unterkunft zurückgreifen; erstens weil ich keinen weiteren Gastgeber gefunden hatte und zweitens weil die Zeit auch nicht gereicht hätte, sich angemessen auszutauschen. Am nächsten Tag bin ich nach New York geflogen und nach zwei weiteren Nächten über Airbnb in den Genuss gekommen, mitten in Manhattan in einem Penthouse untergebracht zu werden. Noch dazu bin ich, obwohl Thanksgiving schon einen Tag vorbei war, zum traditionellen Thanksgiving-Abendessen eingeladen worden. Es gab unter anderem mit Käse überbackene Pilze, Kartoffelbrei, überbackene Bohnen und Zwiebeln, natürlich Truthahn und zum Nachtisch Pumpkin Pie. Außerdem habe ich einen deutschen Adventskalender und Toblerone geschenkt bekommen. Ich habe mich also sehr wohl gefühlt und mir wurde erneut das Vertrauen entgegen gebracht einen Hausschlüssel zu bekommen, sodass ich zeitlich ungebunden war.

Thanksgiving Dinner  

Meinen letzten Stopp in Washington DC habe ich wieder mit einem Greyhound-Bus erreicht. Wieder wurde ich am Bahnhof von einem Servas-Gastgeber abgeholt und abends noch lecker zum Essen eingeladen. Den letzten Tag meiner Reise habe ich damit verbracht, mir alle Denkmäler in der Nähe des Weißen Hauses anzusehen. "Platt" von der ganzen Woche habe ich die Reise mit meinem Gastgeber bei einem Glas Wein ausklingen lassen. Glücklich und stolz bin ich am nächsten Tag mit dem Megabus zurück nach Morgantown in West Virginia gefahren. Ich kann unmöglich alle meine Eindrücke aufschreiben, aber es war eine tolle Reise, die ich nicht vergessen werde!

 

Lisa S.        (im April 2017)


Autor: dagmar.foerster -- 2.5.2017 19:05:21




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